Schloss Charlottenfels Neuhausen Postkarte

Landgut und Schloss Charlottenfels

Im Jahre 1846 erwarb Heinrich Moser (1805–1874) nahe der Schaffhauser Stadtgrenze mehrere aneinanderstossende Grundstücke auf Gemarkung der Gemeinde Neuhausen am Rheinfall. Insgesamt umfasste das Areal mehrere Hektar Acker- und Wiesflächen sowie ein grosses und mehrere kleine Landgütchen.

Moser führte damals mit der Ehefrau Charlotte und den fünf gemeinsamen Kindern einen Haushalt im russischen Sankt Petersburg. Anlass zum Kauf der Neuhauser Liegenschaften gaben Mosers Pläne, den Lebensmittelpunkt zurück in seinen Heimatkanton Schaffhausen zu verlagern und seinen Lieben ein angemessenes neues Zuhause einzurichten.

Bis 1848 schritten die Planungs- und Bauarbeiten zügig voran und auch der Name des neuen Landgutes war gefunden, denn Moser machte seiner Ehefrau den neuen Familiensitz nicht nur zum Geschenk, sondern nannte ihn ihr zu Ehren Charlottenfels. Die offizielle Übergabe an die Namensgeberin und Hausherrin erfolgte anlässlich der Ankunft der Familie im Sommer 1848.

Anfangs wohnten die Mosers in einem für diesen Zweck umgebauten Altbau. Langfristig jedoch war der Bau eines neuen stattlichen Wohnhauses vorgesehen. Mit den Planungen beauftragte Moser noch in Sankt Petersburg den russisch-schweizerischen Architekten Bernhard Simon (1816–1900).

Im Jahre 1850 war es dann so weit. Moser gab grünes Licht zum Abriss der alten Schwanenfels, dem Vorgängerbau von Schloss Charlottenfels. Das Vorhaben jedoch stand unter keinem glücklichen Stern, denn kurz nach der Freigabe starb Mosers Ehefrau an den Folgen eines Kutschenunfalls. Trotz dieses tragischen Ereignisses wurde Schloss Charlottenfels im Jahre 1854 vollendet und diente der Familie fortan als Wohnhaus.

Nach dem Tod Heinrich Mosers verkauften im Jahre 1889 die fünf Kinder erster Ehe das Landgut an eine Privatperson. 1906 erwarb nach mehrfachem Besitzerwechsel mit Henri Moser (1844–1923) erneut ein Familienmitglied das Anwesen. Kurz vor seinem Lebensende machte Henri Moser das Landgut seinem Heimatkanton Schaffhausen zum Geschenk. Seither ist Charlottenfels in öffentlichem Besitz.

Das Moser Familienmuseum Charlottenfels wurde im November 2010 eröffnet und geht auf die Initiative der 2009 gegründeten Heinrich und Henri Moser Stiftung zurück. Die Ausstellungsräume des Museums befinden sich im Obergeschoss von Schloss Charlottenfels, das von der Stiftung gemietet wird.

 

Im Jahre 2015 publizierte die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK den Kunstführer Landgut und Schloss Charlottenfels (Autorinnen: Mandy Ranneberg und Nathalie Walter), der detailliert die Geschichte des Landgutes und seiner Besitzer sowie den Landsitz selbst beschreibt.